Hallo :)
Ja, anscheinend habe ich doch überlebt. Es war auch nicht so schlimm, wie man uns erzählt hatte. Wir mussten frühestens um halb sieben aufstehen, dann wurde ein bisschen, wirklich ganz kleines bisschen (wie Spiele usw.) was zum Aufwachen gemacht.
Danach gab es dann Frühstück (und was für eins! Toast mit gebratenem Ei, Bacon & Tomate). Wenn das erledigt war, haben wir meistens noch ein bisschen Theorie gemacht (dabei gab es dann Morning Tea), bevor wir uns fürs Wasser fertig machen mussten. Das bedeutete: Unsere Sachen zusammensuchen, in einem der Sechs Mädchenzelte umziehen (by the way, wir waren nur acht Mädchen), noch kurz anhören, was heute gemacht wird und wie das anzustellen ist - ab zum Strand!
Der Strand war einfach unglaublich. Wir waren in Snug Cove, das liegt in den Bergen (Hügeln) hier auf Kangaroo Island, und das Wasser ist einfach total klar. Und kalt, leider.
Aber jetzt fange ich von vorn an ... :
Montag
Um zehn nach sieben aufgewacht, auf die Uhr geguckt - Scheiße!
Angezogen, Zähne geputzt und dann außer Atem in die Küche gerannt. Dort hab ich dann erfahren, dass wir erst gegen acht losfahren müssen. Klasse.
Noch mal sehr schnell abgecheckt, ob ich alles hab, einen Toast mit Käse gemacht, meine PLP Hausaufgaben liegen gelassen, als es dann tatsächlich losging. An der Schule angekommen, haben wir unsere Sachen neben dem Bus abgestellt und sind mit den anderen zur Homgegroup gegangen.
Dort mussten wir ganz einfach das Übliche machen (uns langweilen und vorgeben zuzuhören), dann wurden wir entlassen.
Mit dem Bus an den Strand gefahren, um dort dann die anderen aus Parndana und Adelaide zu treffen und unsere ganzen Sachen zu bekommen. Dazu gehörten dann ein Schnorchel (snorkel), eine Taucherbrille (mask), Neoprenanzug (wetsuit), so was wie socken :D (booties) und natürlich auch Schwimmflossen (Fins). Wir mussten alles anprobieren (ich bin mir ziemlich sicher, dass das Mädchen, das eigentlich kommen sollte, richtig klein und dünn war, dafür aber massive Füße hatte) und dann damit 200 Meter schwimmen. Es war verdammt kalt und verdammt anstrengend. Danach mussten wir noch ausprobieren, ob wir fünf Minuten lang ohne schwimmen im Wasser bleiben können, also treiben. Mit dem wetsuit natürlich eine Leichtigkeit.
Danach gab es schnell Mittagessen, während wir schon im Bus saßen und weiter zu unserem eigentlichen Schlafplatz gefahren sind. Der war um die 40 km weiter, mitten im Nirgendwo. Aber nicht so schlimm. Überhaupt nicht so schlimm. Das war einer der besten Plätze, an denen ich jemals gewesen bin!
Jedenfalls. Schnell unsere Zelte aufgebaut, 'gemütlich' eingerichtet, versammelt. Wir wurden in unsere Teams eingeteilt (Grün, Blau, Lila, Gelb. Ich war in Gelb mit Alix, Jack & Travis, und ich würde sagen, wir waren einfach die beste und lustigste Gruppe, auch wenn wir den Wettbewerb nicht gewonnen haben) und mussten dann direkt wieder in unsere Schwimmsachen schlüpfen - diesmal ohne wetsuit, fins & stuff. Dann gingen wir zum Strand und mussten schwimmen, wieder 200 Meter, weil, mit dem Neoprenanzug wäre das ja zu einfach. Danach durften wir aber noch mal rein, weil wir nicht in unseren Teams gearbeitet haben.
Als wir dann fertig waren, haben wir noch ein paar Spiele gespielt und die ersten Punkte für unsere Teams eingesackt.
Abends, nachdem wir ein bisschen Theorie gemacht hatten, saßen wir dann noch ums Lagerfeuer und haben uns über dieses und jenes unterhalten, bis wir in unsere Zelte verschwunden sind und ich die erste Nacht meines Lebens in einem oder einer (oder wie auch immer) swag verbracht habe.
Dienstag
Ehrlich gesagt weiß ich nicht mehr so ganz genau, was wir am Dienstag gemacht haben. Also auf jeden Fall sind wir dann das erste Mal mit unseren Tauchsachen rausgegangen. Wir mussten uns unseren Tauchbuddy aus dem Team aussuchen (mein buddy war Alix), mussten uns gegenseitig helfen, in unsere Klamotten zu helfen (nicht in den wetsuit. Während wir schon im Wasser waren, in unsere Fins und so, mussten checken, ob der andere alles hat) und dann sind wir losgeschwommen.
Wir haben ein paar Groper (große blaue Fische; wir haben unser Team danach benannt - Yellow Gropers)
beobachten können, und offensichtlich war da noch ein riiiesiger Rochen, den ich dann aber verpasst habe. Angeblich soll er so um die eineinhalb oder mehr Durchmesser gehabt haben.
Dienstag Nachmittag kann ich mich ehrlich gesagt nicht mehr dran erinnern, aber ich glaube, wir haben Spiele gespielt und Theorie gemacht.
Außerdem gab es noch Afternoon Tea. Nach ein bisschen Theorie am Abend haben wir noch Supper bekommen (wieder was zu essen!).
Mittwoch
In kurzen Worten: Aufgestanden, gefrühstückt, umgezogen, ab ins Wasser. Spiel gespielt: Das Team, das die meisten (toten) Muscheln vom Boden holt, gewinnt. Alle dachten, wir müssten bestimmte Muscheln finden und haben deshalb fast alles liegen gelassen.
Danach sind wir noch mal was essen gegangen (wie fast immer) und sind dann auf eins der kleinen Boote gestiegen und um die Ecke gefahren, um da Fotos von uns unter Wasser zu machen.
Im Prinzip war es einfach nur kalt. Ich bin ein bisschen duck diven gegangen (mann, ich hasse denglisch), hab die Groper beobachtet und den Rochen wieder verpasst. Aber dann. Dann hat irgendwann Jemo, einer der Betreuer und Cousin unserer Mathelehrerin (Awkies! :D), gerufen, dass wir jetzt alle dort stehen bleiben sollten, wo wir gerade wären ... dort wären Delfine und sie würden näher kommen, wenn wir still bleiben!!
Also, alle still geblieben, und die Delfine sind um die zwei Meter zu uns heran gekommen. Awesome!
Das war auch, glaube ich, der beste Tauchgang, den wir gemacht haben.
Alix und ich sind aber früher rausgegangen, weil uns zu kalt war und haben deshalb den Rochen verpasst (dafür haben wir uns die heiße Dusche gesichert. Wir hatten draußen vier kalte und in dem leeren, zum Badezimmer umgewandelten Wassertank eine heiße Dusche.
Danach haben wir dann noch Cricket gespielt, so wie jeden Tag, haben gegessen, haben über Drogen und Alkohol gesprochen (war ja Blue Light - means: how to have fun without drugs & alcohol explained by the police), saßen am Lagerfeuer.
Donnerstag
Niemand konnte glauben, dass das unser letzter Tag im Camp sein sollte. Ich glaube, genau das ist auch der Grund, warum das einfach der allerbeste Tag war. Nicht unbedingt der beste Tauchgang, von dem wir an diesem Tag nur einen gemacht haben, aber der allerbeste Tag. Wir sind mit dem Boot ungefähr fünfzehn Minuten lang gefahren, in die Nähe von Seal Bay. Schon als wir angekommen sind, haben wir die ersten Seals (Seelöwen, Robben oder so was ähnliches) gesehen. Dann mussten wir uns, wie man es uns am Montag gelehrt hatte, rückwärts vom Boot runterfallen lassen, im Sitzen. Hier war das Wasser so um die zehn Meter tief, wir hatten wieder Besuch von sehr vielen Fischen, gropers und natürlich auch seals!
Aber wir hatten das ganze Camp über ein 'shark shield', so ein Gerät, das irgendetwas ins Wasser sendet, dass keine Haie kommen.
Nach einer Zeit wurde es dann aber zu kalt und wir sind wieder auf die Boote gestiegen. Noch ein paar Minuten gefahren und zu der 'richtigen' Kolonie gefahren. Da war ein ganz fetter, von dem wir alle fasziniert waren.
Danach sind wir dann wieder zu unserem Strand gefahren. Alle ein bisschen erschöpft, kalt - und hungrig! :D
Dennoch konnte keiner glauben, dass das unser letzter Tauchgang sein sollte. Irgendwie war das ein bisschen traurig.
Mit einem langen, langen Spaziergang, ein bisschen Cricket haben wir uns dann auf den Abend und das Examen vorbeireitet. Ja, das Examen. Wir alle mussten das schreiben. Ich auch. Und ich hab dafür peinlicherweise dreieinhalb Stunden gebraucht und es musste die ganze Zeit jemand neben mir sitzen.
Danach haben wir dann noch alle was zusammen gemacht, und das war es, was es zu dem besten Abend gemacht hat. Wir haben uns ein bisschen so aufgeführt als wären wir betrunken. Die Jungen haben erst den Kopf auf den Cricketschläger gelegt und sich dann im Kreis gedreht, sollten dann einen Ball wegkicken, sind aber alle der Reihe nach hingefallen, und dann haben wir uns alle in einen Kreis gestellt und zwei der Jungen haben Bälle in die Luft geschossen. Wir durften nicht nach oben gucken, und derjenige, der vom Ball getroffen wurde, musste so lange in der Mitte stehen bleiben, bis er noch mal vom Ball getroffen wurde.
Als es dann 'bedtime' hieß, haben wir uns nicht wirklich beeilt, uns schlafen zu legen. Genau genommen sind Ricky, Alix und ich (wir waren 3 von 5 aus unserem Zelt) noch bis halb drei aufgeblieben und haben Scheiße gebaut.
Freitag
Unsere letzten Stunden. Wir mussten aufstehen, ein ganz bisschen Sport machen, frühstücken und dann unsere Sachen zusammenpacken.
Danach haben wir uns alle noch mal versammelt, die Polizisten und Betreuer haben sich bei uns bedankt, wir haben uns bei ihnen bedankt, und dann haben wir unsere Ergebnisse von den Examen bekommen. Alle haben bestanden, ich mit 90%. Jack war der Beste mit 99%, wir waren alle ziemlich beeindruckt.
Ich hab mich beschwert, dass ich mich so schlecht fühlen würde, weil es ja eigentlich gar nicht meine Arbeit war. Es war mehr oder weniger die Arbeit von den beiden Männern, die mich unterstützt haben. Trotzdem hat mir jeder gesagt, dass ich das jetzt einfach annehmen sollte, wenn man es ihnen in Deutsch vorlegen würde, würden sie es auch nicht verstehen. Sie wären alle stolz auf mich.
Danach wurde dann noch der Leadership award vergeben (heißt: der Gewinner darf nächstes Jahr noch mal als Betreuer wiederkommen. Dieses Jahr war Brad dabei - er ist einfach zum Schreien komisch und schwul :D Aber man merkt es ihm nicht an, bis ganz zum Schluss haben wir das auch nicht geglaubt). Und, guess what ... Ricky hat gewonnen! :)
Ich bin stolz auf sie. Aber sie hat es sich wirklich verdient. Sie hat ihren Tauchbuddy im Wasser und außerhalb vom Wasser unterstützt, hat ihr Team zusammengehalten, war fair und freundlich.
Wir haben unsere Zertifikate bekommen und mussten dann ein kleines Stück den Berg hochlaufen, wo Mr Marlow schon mit dem Bus hochgefahren war, weil er nicht mit uns an den steilen Abhängen vorbeifahren wollte.
Tja.
Das war also mein Dive Camp - und somit 'the most amazing camp of my life!'.
Wir alle vermissen die Zeit dort. :p
Selbst wie wir morgens aufgeweckt wurden - mit Brads Megafon 'Gooood Morning everybody!! the last team out will loose points!' oder wirklich schlechter Musik. :)
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Die Woche davor.
Ein paar Dinge gibt es noch zu meiner Woche vor dem Dive Camp zu sagen.
Zum Beispiel, dass ich Vegemite probiert hab. Jeder isst dieses Zeug hier - und ich verstehe absolut nicht, warum! It's so disgusting! :X
Es ist braun und total salzig. Man hat es zum Frühstück (und ich verstehe nicht, wie sie das so früh schon runterwürgen können) oder einfach zwischendurch. Absolut widerlich.
Dann hab ich noch Milo versucht, das Kakaopulver. Dylan hat mir gesagt, ich müsste es auf jeden Fall ausprobieren, es wäre einfach unbeschreiblich. Und ... ja, ich muss zugeben, das ist es auch. Er hat mir gesagt, ich könnte es einfach so essen, er selbst würde manchmal auch einen Löffel nehmen und es so essen. Genau das hab ich dann auch gemacht. Es schmeckt echt wie Schokolade. Und hat nicht so viel Zucker wie die ganzen Kakaopulversachen in Deutschland!
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Wochenende
Dieses Wochenende hab ich eigentlich nichts gemacht. Am Freitag, nach dem Dive Camp, musste ich noch mit Ricky vier Stunden lang in Kingscote warten (Teddy konnte zwar unsere Sachen abholen, aber er musste dann weiterarbeiten). Irgendwann haben wir aber Alix getroffen, die auch noch auf ihren Bus warten musste. Es war viel Verkehr - an diesem Tag war Jamie's Beerdigung. Er ist im Krieg gestorben und kam aus Parndana. Hunderte, nein, Tausende von überall her sind gekommen. Selbst die Premierministerin.
Aber wir durften nicht gehen, weil wir nicht mit unseren Eltern zusammen waren. Also sind wir erst durch die Stadt gelaufen, haben was gegessen, mussten feststellen, dass alle Läden geschlossen sind, und haben dann beschlossen, zurück zur Schule zu gehen. In den richtigen Unterricht durften wir aber nicht, weil wir uns schon abgemeldet hatten.
Gerade pünktlich zu Lunch sind wir gekommen. Alle haben uns angeguckt, weil wir die Schuluniform nicht trugen. Schnell noch erzählt, wie das Dive Camp war, und dann auf den Spielplatz neben der Schule. Es war langweilig, langweilig, langweilig.
Samstag hab ich nichts gemacht, ich hab ein bisschen geschlafen, weil ich einfach nur absolut müde war.
Sonntag hab ich dann noch weitere fünf Stunden Community Service auf den Farmers Markets abgearbeitet. Aber im Prinzip hab ich nichts gemacht. Irgendwann bin ich auf der Ladefläche unseres Pick-ups eingeschlafen und hab mir einen Sonnenbrand auf den Beinen geholt (Emma hat mich heute gefragt, ob ich einen Sonnenbrand auf den Beinen hätte und ob ich eventuell etwas auf meinen Beinen liegen hatte, weil dort einige weiße Punkte wären :D ).
Danach haben wir noch mit Grandma die Fotos vom Dive Camp angeguckt, Lunch gehabt - und ich bin mit Ricky noch mal tauchen gegangen. Wir haben Muscheln gesammelt (wollten aber nicht so weit rausgehen, wegen der Haie und so was), die wir gerade zum Abendessen hatten.
Als wir dann wieder aus dem Wasser draußen waren, haben wir uns so viele Sorgen um unsere Tauchklamotten gemacht, dass wir die Muscheln vergessen haben. Aber wie gesagt, wir haben sie wiedergeholt ;D
Tja, und das war's dann. Von Vegemite, Milo, meinem Wochenende - und von dem besten Camp meines Lebens. Ich bin so neidisch auf Ricky, dass sie nächstes Jahr zurück nach Snug Cove gehen darf und ich diesen wundervollen Platz wahrscheinlich nie wieder sehe (ja, er ist wundervoll, auch wenn überall Kängurumist rumliegt).
Bis nächste Woche :),
Suse.
Vegemite kenn ich glaub ich noch aus Australien - ist das in einer gelben Verpackung? Und alle (Kinder) sind völlig heiß drauf? Schmeckt einfach ekelig - wie schleimige Brühe, aber ohne Bröckchen - pfui
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